Chirsipfäffer

Zum Zeitgeschehen

31-12-2025
von Rudolf Mohler
Keine Kommentare

Zum 2026

 

Wir verlassen ein Jahr, das uns längst überwunden Geglaubtes in grellstem Licht zurückgebracht hat. Und damit sind einmal mehr unsere letztjährigen Wünsche und Hoffnungen auf ein besseres Jahr einfach den Bach hinuntergespült worden. Was bleibt uns mit Blick auf das kommende Jahr? Ich halte es für mich bescheiden mit einem Wort von Johann Wolfgang Goethe: «Andre Zeiten andre Sorgen».

Allen Verwandten, Freunden und Bekannten wünsche ich, die «andre Sorgen» mögen für Euch alle erträglich werden. Ich wünsche Euch im Persönlichen viel Erfolg, gute Freundschaften, eine rechte Portion Gelassenheit und vor allem Gesundheit.  

Ruedi Mohler

 

31-12-2025
von Rudolf Mohler
Keine Kommentare

À mes amis gourmands – «bon appétit et large soif» en 2026

Chères amies gourmandes, chers amis gourmands

Der Rückblick auf das kulinarische Jahr 2025 ist für mich recht erfreulich. Es gab viele Stunden, in denen man Ausgezeichnetes genießen durfte, in denen man Neues aus der Kochkunst erleben konnte und in denen man auch köstliche Tropfen verkosten und vor allem viele neue Weine entdecken durfte.

Für den Weg durchs 2026 halte ich Euch eine Einsicht von Jean Valby, dem Wiederbegründer der Chaîne des Rôtisseurs, bereit: «An gut gedeckten Tischen ist noch nie ein Krieg erklärt, aber schon mancher Friede geschlossen worden.» Mit diesem Gedanken wünsche ich allen meinen gastronomischen Freunden und Bekannten ein gutes, gesundes und genußreiches neues Jahr.
Möge «bon appétit et large soif» auf allen Wegen mit Euch sein.

Ruedi Mohler

09-03-2025
von Rudolf Mohler
Keine Kommentare

Kann ein Pastis alt werden?

Für die Pastis-Liebhaber berichte ich hier über einen besonderen Pastis-Test, den uns ein Freund aus der Oberwiler Gastroszene, Emanuele Perticone von der Osteria Schwanen, ermöglicht hatte. Er wußte, daß wir Pastis-Liebhaber sind und schenkte uns deshalb eine recht alte, ungeöffnete Flasche Pastis Duval mit der Bitte, diese einmal zu verkosten. Hier das Resultat.


Links im Bild sieht man eine heutige Flasche Duval. Auf dem Rücketikett findet man wegen der Rückverfolgung die vorgeschriebenen Codes, mit denen man heutzutage das Herstellungsdatum herausfinden kann. Rechts sieht man die geschenkte Flasche. Auf der Etikette gibt es kein Herstellungsdatum, ebenso wenig Codes und Strichcodes. Mit einer Suche im Internet habe ich herausgefunden, daß diese Etikette 1980 auf den Flaschen erschien. Somit dürfte unser Testobjekt aus den ersten 1980er Jahren stammen.

Nun zum Test

Nach Öffnung des Originalverschlusses der Flasche gibt es zuerst einen
Schnuppertest: Einwandfrei, schönes Anisaroma.
Augentest
: Der eingeschenkte Pastis war immer noch ganz klar und zeigte die gewünschte leuchtende Farbe.
Haltbarkeitstest: Der Moment der Wahrheit kommt beim Pastis, wenn man das Wasser zugibt. Beginnt der Pastis zu flocken, dann ist «Anis und Süßholz» verloren. Ergibt sich keine regelmässige Trübung sondern eher eine Art Wolkenbildung, ist der Pastis auch für den Schüttstein. Bei diesem Pastis, der ein Alter von 40 bis 45 Jahren hatte, setzte mit der Zugabe von Wasser sofort die Trübung ein und zog sich gleichmäßig durch die Flüssigkeit, genau so, wie es sein muß.

Geschmackstest: Es ist alles da, was zu einem Duval gehört: Anis, Süße von der Lakritze, florale Noten von der Pflanzenbeigabe, die geheim bleibt. Doch ähnlich wie bei Wein hat dieser sicher 40 Jahre alte Pastis Duval den Ausdruck von Frische verloren.

Es war eine sehr interessante Verkostung, die man ganz selten machen kann. Pastis und Absinthe sind Produkte, die nicht der Lagerung bedürfen. Wenn sie im Gestell des Händlers stehen, sind sie auch zum Verbrauch bestimmt. Deshalb kann man kaum ältere Pastis kennenlernen. Wenn eine geöffnete Flasche längere Zeit herumsteht, dann weiß ich aus Erfahrung, daß der Pastis dann einmal «kippt» und ungenießbar wird. Das hier dokumentierte Erlebnis mit einem unüblich alten Pastis war nur möglich, weil die Flasche immer noch original verschlossen war.
Danke, Emanuele, daß Du uns das ermöglicht hast.

 

09.03.2025  RM

→ drucken/kommentieren/veröffentlichen

01-01-2025
von Rudolf Mohler
Keine Kommentare

Zum 2025

 

Wie oft haben wir uns in den letzten Jahrens gegenseitig gewünscht, es möge im kommenden Jahr mit weniger Verbrechen, Terror, Verfolgungen, Gewalt und Krieg weitergehen? Den Wunsch müssen wir wohl streichen. Vielleicht mit Hoffnung ersetzen? Oder tauschen wir bloß zwei trügerische Begriffe aus?

Allen Verwandten, Freunden und Bekannten wünsche ich jedoch für den ganz persönlichen Bereich ein gutes und glückliches 2025. Ich wünsche Euch Zuversicht und Gelassenheit, Frieden und Freundschaft, Erfolg und Zufriedenheit. Und ganz besonders wünsche ich allen gute Gesundheit. 

Ruedi Mohler

 

 

 

 

 

 

01-01-2025
von Rudolf Mohler
Keine Kommentare

À mes amis gourmands – «bon appétit et large soif» en 2025

Chères amies gourmandes, chers amis gourmands

Der Rückblick auf mein gastronomisches und önologisches 2024 ist sehr erfreulich. Es gab köstliche Tropfen zu kosten und viele ausgezeichnete Gerichte zu genießen. Die vielen Höhepunkte reichten von stechfrischen Spargeln über zarte Fische zu leichtem Geflügel und auch zu würzigem Wild. Ein besonderer Höhepunkt war die Langoustine mit Artischoken in «meiner Stammbeiz an der Rhône». (Patrick Henriroux, «La Pyramide», Vienne/Frankreich; Bild RM)

Für uns alle erhoffe ich ein gutes 2025 und wünsche allen gastronomischen Freunden und Bekannten nur das Beste, gute Gesundheit und stets «bon appétit et large soif».

Ruedi Mohler

12-11-2024
von Rudolf Mohler
Keine Kommentare

Romand und Oberwiler zugleich

Im Gedenken an Jacques Filliol

Ende Oktober 2024 hat Jacques Filliol im Alter von 93 Jahren diese Welt verlassen. Der Verstorbene kam 1931 in Spanien zur Welt, wo sein Vater als Ingenieur-Agronom tätig war. Schon bald kehrte die Familie in die Schweiz zurück, nach Orbe im Waadtland. Jacques Filliol studierte an der EPFL  –  der École  polytechnique fédérale de Lausanne, quasi die  welsche ETH  –  und schloß seine Studien als Maschineningenieur ab. Bereits in jungen Jahren kam er nach Basel zur BBC und dann zur Sulzer-Burckhardt AG. Schon bald gründete er eine Familie, die nach Oberwil kam, wo sie sich fest verankerte.

Bereits in den 1970er Jahren wurde Filliol von der FDP Oberwil für die Baukommission vorgeschlagen. Nachdem sein Vorgänger Benjamin Jungen per 1. Januar 1980 in den Gemeinderat einzog, wählte die Baukommission Jacques Filliol zu ihrem Präsidenten. Mit großer Umsicht führte er die Kommission, die eine wesentliche Stütze für den Gemeinderat war und viele große Geschäfte begleitet hatte. Bei der Gesamterneuerung der Kommissionen auf den 1. Januar 2001 trat er dann nicht mehr an. Wenn man von außen manchmal hörte, er sei ein «harter BK-Präsident», so war das eine falsche Wahrnehmung, denn seinen Berufshintergrund und das damit verbundene analytische, logische Denken konnte er nicht einfach wegwischen. Aber er war ein sehr umgänglicher, fröhlicher Mensch mit Humor und oft auch einem herrlichen Schalk.

Mit ihm, dem seine Genfer Herkunft wichtig war, habe ich viele Gespräche geführt und ihn so wahrgenommen, wie ich viele Genfer und Neuenburger Freisinnige erlebt habe: Solide, aber nicht überschäumende Eidgenossen, stets zu einem interessanten, differenzierten Gespräch bereit, wohlwollend-kritisch mit einer gewissen Distanz zu allem, was überbordender Staat ist. Er lebte gerne hier in Oberwil, aber er war stets auch ein Romand, dem seine Romandie wichtig war und der seine Muttersprache liebte. Und in einem Punkt ist er sogar ein richtiger Waadtländer geworden: Wenn es die Gelegenheit bot, dann hatte er mit seinen Gesprächspartnern sehr gerne «un verre de blanc» genommen.

Rudolf Mohler, alt Gemeindepäsident

07.11.2024 RM
(verfaßt für die FDP Oberwil, publiziert auf deren Webseite)

 

31-05-2024
von Rudolf Mohler
Keine Kommentare

Tripes de veau au Champagne

Vor kurzem stand bei uns ein kulinarischer Luxus auf dem Programm, der neben dem üblicherweise unter kulinarischem Luxus zu Erwartendem vorbeigeht.

Tripes de veau au Champagne
Kalbskutteln mit Champagner

Gut und lange gekochte Kalbskutteln bringen einen perfekten Goût von Kalb. Die im Bild unten ersichtliche Sauce ist ohne ein Bindungsmittel wie Rahm, Maizena oder (noch schlimmer) Mehl wunderbar sämig geworden, einzig aus dem Kutteljus und ein bißchen Weißwein. Gehackte glatte Petersilie rundet das Gericht sehr gut ab. Geschmacklich ergibt das einen Hochgenuß inklusive der Kutteln selbst.

Als Begleitung wählt man am besten etwas sehr Zurückhaltendes wie Salzkartoffeln oder Teigwaren. Teigwaren nehmen die Kuttelsauce noch etwas besser an als Kartoffeln. Rüebli, die nur in Butter angezogen und im eigenen Saft gekocht werden, passen hervorragend.

Auf drei Dinge kommt es an:

  • Es müssen Kalbskutteln sein; lassen Sie die normalerweise angebotenen Rindskutteln liegen!
  • Im letzten Moment auf dem Feuer müssen Sie die Kutteln mit einem „Gutsch“ Champagner verfeinern.
  • Tomaten oder Kümmel sind verboten, denn sie versauen ganz einfach das großartige Geschmackserlebnis.

Überwinden Sie Ihre Abneigung gegen Kutteln, Sie werden eine kulinarische Überraschung erleben. Ja, und sparen Sie nicht, es ist eine gute Flasche Champagner wert, denn der Inhalt dieser Flasche wird Sie nach dem „Gutsch“ auch zum Essen begleiten.

31.05.2024 RM

27-04-2024
von Rudolf Mohler
Keine Kommentare

Selbstbestimmt und frei im Geist

Im Gedenken an alt Gemeinderätin Barbara Kornicker

Am 16. April 2024 verstarb Barbara Kornicker-Hirzel in ihrem 84. Lebensjahr. Ende der 1960er-Jahre zog die junge Familie Kornicker nach Oberwil. Für das berühmte Rössli-Fest 1978 holte sich der damalige Bürgergemeindepräsident Peter Hügin die Neuzuzügerin als offizielle Festsprecherin. Viele fragten sich, ob das gut ankommt mit diesem ausgeprägten «Züri-Tüütsch», das durchs ganze Festareal hallen wird.

Bei der Gesamterneuerungswahl in die Gemeindebehörden im Jahre 1980 portierte die FDP Oberwil Barbara Kornicker als neue Gemeinderätin. Wer sie nicht persönlich kannte, war aber mit der sympathischen Stimme vertraut, die sehr kompetent durch das dreitägige Rössli-Fest geführt hatte. Das «Züri-Tüütsch» war gut angekommen, sie wurde auf Anhieb gewählt und löste als zweite Oberwiler Gemeinderätin Lotti Zumsteg ab. Sie übernahm das Ressort Schulen, Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft. Es war eine Zeit, in der die Schulen noch deutlich näher bei den Gemeinden standen und es für die Gemeinden mehr zu tun gab; es war auch eine Zeit des großen Wachstums und einer raschen Zunahme von Kindern im Kindergarten- und im Primarschulalter. Insbesondere Themen rund um Schulraum, Kindergarten und Sportfazilitäten waren bei ihr auf dem Arbeitsplan. Nach den Wahlen im Jahre 1984 gab sie den Umweltschutz an ein anderes Ressort ab und übernahm dafür die Oberwiler Vertretung in der Jugendmusikschule Leimental. Im Laufe dieser zweiten Amtsperiode trat sie aus dem Gemeinderat zurück, nicht zuletzt auch zufolge neuer beruflicher Aufgaben.

Barbara Kornicker kehrte nicht mehr in die Gemeindepolitik zurück, aber sie blieb politischen Themen sehr verbunden, war sie doch manche Jahre die persönliche Mitarbeiterin eines Basler Regierungsrates. Aber sie blieb auch Oberwil stets verbunden und interessierte sich sehr für alles, was in der Gemeinde behandelt und bearbeitet wurde.

Ihre letzten Jahre waren von manchem belastet. So wurde ihr Ehemann, der vor anderthalb Jahren verstarb, ziemlich krank und sie selbst mußte den letzten Lebensabschnitt im Rollstuhl verbringen.

Da ich Barbara Kornicker noch in bester Erinnerung habe und auch ein paar Jahre mit ihr im Gemeinderat zusammenarbeiten durfte, kann ich nur bestätigen, was ihre Angehörigen in der Todesanzeige so treffend beschrieben haben: «Selbstbestimmt, frei im Geist, tatkräftig». So habe ich sie erlebt, so habe ich sie in Erinnerung, so hat sie auch für Oberwil gearbeitet. Sie hinterläßt in ihrer Familie eine große Lücke. Und wir Oberwilerinnen und Oberwiler haben eine bemerkenswerte Persönlichkeit verloren.

Rudolf Mohler, alt Gemeindepäsident

20.04.2024 RM
(verfaßt für die Gemeinde Oberwil, publiziert im BiBo vom 25.04.2024)